Voraussetzungen einer personenbezogenen Kündigung

Im Falle einer personenbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber nachweisen, dass der Arbeitnehmer aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften seine Leistung nicht mehr erbringen kann.

Dies kann beispielsweise eine auslaufende Arbeitserlaubnis, eine längere Haftstrafe oder die grundsätzlich fehlende Voraussetzung zur weiteren Ausführung des Berufes sein. Das kann wie bereits dargestellt beispielsweise bei einem Berufskraftfahrer mit Führerscheinentzug der Fall sein – sofern der Fahrer nicht anderweitig eingesetzt werden kann.

Kanzlei Hautumm Arbeitsrecht Düsseldorf Kündigung Experte

Anders als bei einer verhaltensbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber vor Ausspruch der Kündigung im Allgemeinen keine Abmahnung ausgesprochen haben. Es gibt allerdings – wie so oft – auch hier Ausnahmen. Aber auch wenn alle Voraussetzungen für eine personenbedingte Kündigung vorhanden sind, kann letztlich die notwendige umfassende Abwägung zugunsten des Arbeitnehmers ausfallen. Hier spielen z.B. die soziale Situation oder die zuvor langzeitige anstandslose Arbeitsleistung des Arbeitnehmers eine entscheidende Rolle. Ist ein Arbeitnehmer Mitglied des Betriebsrates, schwanger oder schwerbehindert, ist eine personenbedingte Kündigung regelmäßig mit hoher Wahrscheinlichkeit unwirksam.

Die Voraussetzungen für eine personenbezogene Kündigung sind gegeben, wenn

  1. eine negative Prognose vorliegt, dass der Arbeitnehmer künftig nicht mehr in der Lage sein wird, seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag zu erfüllen;
  2. diese negative Prognose erhebliche Beeinträchtigungen der betrieblichen und wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers zur Folge hat;
  3. es keine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens für den Arbeitnehmer gibt, also etwa eine andere Einsatzmöglichkeit, bei der die Einschränkung kaum oder gar nicht ins Gewicht fallen würde;
  4. die vorliegenden Beeinträchtigungen für den Arbeitgeber tatsächlich unzumutbar sind.

Als Arbeitnehmer ist wie bei jeder Kündigung zu beachten, dass Sie nach dem Erhalt einer personenbezogenen Kündigung die Dreiwochenfrist für die Kündigungsschutzklage einhalten müssen – sofern Sie nicht vorher eine einvernehmliche Lösung (Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag) erzielen konnten.

Sie möchten zu diesem Thema einen erfahrenen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren? Dann besuchen Sie unsere Webseite oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende des Beitrages.

Lesen Sie bitte hier weiter zu den Themen

Verhaltensbedingte Kündigung - Kanzlei für Arbeitsrecht Hautumm in Düsseldorf

 

 

Verhaltensbedingte Kündigung

 

 

Betriebsbedingte Kündigung - Kanzlei für Arbeitsrecht Hautumm in Düsseldorf

 

Betriebsbedingte Kündigung

 

 

Advertisements

3 Kommentare zu „Die personenbezogene Kündigung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s