Im Falle einer verhaltensbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber nachweisen, dass der Arbeitnehmer gegen seine Pflichten gemäß dem Arbeitsvertrag verstoßen hat und die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber durch dieses Verhalten unzumutbar ist.

Dies kann beispielsweise Nichtleistung durch Verspätungen oder eine Arbeitsverweigerung sein, Minderleistungen durch zu langsames oder fehlerhaftes Arbeiten oder dem Verstoß gegen arbeitsvertraglichen Nebenpflichten, wie etwa Beleidigungen oder Tätlichkeiten, Diebstahl, Unterschlagungen oder Verstöße gegen die betriebliche Ordnung, wie z.B. der Nichtbeachtung des Alkoholverbotes am Arbeitsplatz. Kündigung erhalten Kanzlei für Arbeitsrecht Hautumm DüsseldorfUm die Voraussetzungen für eine verhaltensbedingte Kündigung zu erfüllen, muss der Verstoß nachgewiesenermaßen rechtswidrig und schuldhaft sein. Eine verhaltensbedingte Kündigung sollte stets als letztes Mittel eingesetzt werden, welches herangezogen wird, wenn alle zur Verfügung stehenden milderen Mittel wie Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz, Ermahnung oder Abmahnung fruchtlos ausgeschöpft wurden. Nur in Ausnahmefällen ist eine verhaltensbedingte Kündigung ohne vorangegangene Abmahnung möglich. Hier empfehlen wir Unternehmen einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu Rate zu ziehen, denn Fälle wie Diebstahl, Lohnfortzahlungsbetrug oder Spesenbetrug bedürfen einer lückenlosen Beweisführung.

Auch bei der verhaltensbedingten Kündigung gilt, dass die notwendige umfassende Abwägung zugunsten des Arbeitnehmers ausfallen kann. Hier sind – ähnlich der personenbedingten Kündigung – die soziale Situation, die Dauer der Betriebszugehörigkeit und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt von Bedeutung. Ist der Mitarbeiter ein Mitglied des Betriebsrates, schwanger oder schwerbehindert, ist eine verhaltensbedingte Kündigung unter bestimmten Umständen unwirksam.

Die Voraussetzungen für eine verhaltensbedingte Kündigung sind gegeben, wenn

  1. zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, dass der Arbeitnehmer in erheblicher Weise gegen die vereinbarten arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen hat;
  2. der Verstoß gegen diese Pflichten rechtswidrig ist, also keine Umstände vorliegen, die das Verhalten des Arbeitnehmers rechtfertigen können; vor allem aber muss der Pflichtverstoß vorsätzlich oder mindestens fahrlässig – also schuldhaft – begangen worden sein;
  3. alle milderen Mittel als Chance auf eine Verhaltenskorrektur, so z.B. die Abmahnung, fruchtlos ausgeschöpft wurden;
  4. die Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers ausfällt.

Als Arbeitnehmer ist zu beachten, dass Sie nach dem Erhalt einer verhaltensbedingten Kündigung die Dreiwochenfrist für die Kündigungsschutzklage einhalten müssen.

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Personenbezogene Kündigung - Kanzlei für Arbeitsrecht Hautumm in Düsseldorf

 

 

Personenbezogene Kündigung

 

 

Betriebsbedingte Kündigung - Kanzlei für Arbeitsrecht Hautumm in Düsseldorf

 

Betriebsbedingte Kündigung

 

 

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3 Kommentare zu „Die verhaltensbedingte Kündigung

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